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Presse-Archiv 2018

 


Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH
27.09.2018 

 

AWO Neckar-Odenwald informierte über fairen Handel

 
Kaffee, Tee und Zucker „mit Herz“

 


Petra Richter und Felicitas Tumfart von der AWO Sozialpsychiatrie,
AWO-Vorsitzende Gabriele Teichmann und AWO Vorstandsmitglied Birgit Nutzinger
präsentieren fair gehandelten Kaffee, Tee, Zucker und Schokolade.

Anlässlich der „Fairen Woche“, die jedes Jahr im September über gerechte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den Ländern des globalen Südens informiert, war die AWO Arbeiterwohlfahrt Neckar-Odenwald am 26. September mit einem Stand in der Mosbacher Fußgängerzone.

„Gemeinsam für ein gutes Klima“, so stand es auf den Plakaten der AWO International, die am Aktionsstand auf fair gehandelten Kaffee und Tee hinwiesen. 1. Vorsitzende Gabriele Teichmann und Birgit Nutzinger von der AWO Neckar-Odenwald luden hier am Rand des Mosbacher Wochenmarkts zu einer Tasse Kaffee ein. Außerdem versorgten sie die interessierten Passanten mit Informationen und internationalen Rezepten. Immer frischer Kaffee und Nachschub an sauberen Tassen kam von der AWO Sozialpsychiatrie. Die AWO Einrichtung in der Mosbacher Innenstadt unterstützt chronisch psychisch erkrankte Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags. Hier erledigten einige Bewohnerinnen unter Anleitung der Mitarbeiterinnen den Abwasch und brühten frischen Kaffee auf. „Die Zusammenarbeit von Hautamtlichen, Ehrenamtlichen und Klientinnen hat hervorragend geklappt“, sagt Felicitas Tumfart, Fachbereichsleiterin Sozialpsychiatrie der AWO Neckar-Odenwald. „Der gemeinsame Aktionsstand war ein gelungener Versuch, der Schule machen kann.“

Die Faire Woche ist ein Angebot von verschiedenen Verbänden, die sich für den gerechten Handel engagieren. Als Fachverband der Arbeiterwohlfahrt fördert die AWO International Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und in der humanitären Hilfe. Seit 2007 vertreibt die AWO International auch eigene fair gehandelte und ökologisch hergestellte Produkte, unter anderem einen Gourmetkaffee aus Nicaragua, eine Espressomischung aus Nicaragua und Mexiko, einen Assam Schwarztee aus Indien und einen fair gehandelten Rohrzucker aus Paraguay. Für ihre Waren erhalten die ProduzentInnen einen garantierten Mindestpreis, der deutlich über dem Weltmarktniveau liegt. Mit dem höheren Einkommen und einer Fairtrade-Prämie können die Erzeuger ihre Familie versorgen, die Kinder in die Schule schicken und zusätzlich soziale Projekte in ihren Dörfern umsetzen. Außerdem werden sie bei der Umstellung auf biologische Landwirtschaft oder bei der Einführung klimaangepasster Pflanzensorten beraten.

„Nicht nur einmalig am Aktionsstand, sondern das ganze Jahr über schenken wir bei unseren Veranstaltungen fair gehandelten Kaffee der AWO International aus, verschenken ihn an Geburtstagen und verkaufen ihn auch an interessierte Konsumenten“, sagt Gabriele Teichmann. „Ganz unter dem Motto: Fair schmeckt und macht glücklich!“

 


Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH0
03.09.2018 


Schwarz-Weiß und in Farbe

Kunst in der AWO Hausgemeinschaft

Ein ganz normaler Nachmittag in der AWO Hausgemeinschaft Elztal-Dallau. Die Caféteria im Gartengeschoss des Neubaus füllt sich, immer mehr Bewohner kommen selbstständig oder werden von den Pflegekräften im Rollstuhl gebracht. An diesem Tag ist nämlich der Künstler Wilfried Georg Barber zu Gast, um mit den interessierten Zuhörern über Kunst zu sprechen. 

Der freischaffende Künstler und Autor zeigt den Senioren zunächst einmal über den hauseigenen Großbildfernseher Bilder aus seinem Atelier in Balsbach. Mit Ölfarben und Pinseln erschafft er Gemälde mit einer Größe von bis zu 350 x 200 cm. Auch im Eingangsbereich der AWO Hausgemeinschaft hängt ein „echter“ Barber – ein Gemälde in ausdrucksstarken Rottönen, das man vielleicht in einer Einrichtung für Senioren zunächst einmal nicht erwartet. Wilfried Georg Barber erklärt, wie er die Leinwand und den Mischtisch vorbereitet und sein jeweiliges Werk anfängt. In seinem Buch „Mein Bild“ hat er verschriftlicht, welche Fülle von Fragen mit jedem Bild verbunden ist. Er liest auch aus seinem Buch „SchwarzMalerei“, wie wichtig die „Un“farbe Schwarz in unserem Alltag und für die Kunst ist. 

„Wie heißen denn Ihre Bilder?“, fragt ein interessierter Zuhörer. Und damit beginnt eine Diskussion über Kunst. „Ich kann mit den abstrakten Bildern nichts anfangen“, bekennt ein Teilnehmer. „Da kann ich ja gar nichts erkennen!“ Mitarbeiterin Meike Kraft fügt hinzu, dass gerade ältere Menschen bei der Beschäftigung mit Farbstift und Pinsel versuchen, „richtig“ zu malen und den Gegenstand so exakt wie möglich zu erfassen. Doch Wilfried Georg Barber geht es um die eigenen Gedanken des Betrachters, der vor dem Gemälde steht und sich im besten Fall davon ins Nachsinnen und Träumen versetzen lässt. „Sich öffnen, wirken lassen, nachfühlen – so hat man die Chance, sich das Bild zu eigen zu machen“, rät der Künstler. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Senioren sicherlich viel auszutauschen und zu besprechen haben.

Weitere Informationen: AWO Hausgemeinschaft Elztal    I    Rechter Weiler 56    I    74834 Elztal-Dallau   I    Tel: 06261 67 293-0

 



Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH0
13.07.2018 

Menschenrechte fixieren –

aber nicht Menschen

Filmvorführung der AWO Mosbach in der Augusta-Bender-Schule Mosbach


Die AWO Neckar-Odenwald hat in den vergangenen Jahren mehrmals Jugendfilmtage im Neckar-Odenwald-Kreis mit ausgerichtet.
Im Juli 2018 lud die AWO den Dokumentarfilmer Bernd Umbreit wiederum ein, diesmal jedoch eigens für die Altenpflegeschüler
der Augusta-Bender-Schule Mosbach. Das Thema der Veranstaltung lautete „Freiheit und Selbstbestimmung für Pflegebedürftige“.


Die Schülerinnen und Schüler des 2. Ausbildungsjahres Altenpflege mit ihrer Lehrerin Andrea Kapferer (hinten Mitte),
Filmemacher Bernd Umbreit und der AWO Vorsitzenden Gabriele Teichmann (vorne Mitte). Bild: AWO Neckar-Odenwald.

Der Film „Mehr Freiheit wagen“ entstand 2016 im Auftrag des Landratsamts Ludwigsburg, um das Recht pflegebedürftiger Menschen auf Freiheit und Selbstbestimmung zu bekräftigen. Denn leider wird dieses Recht durch Fixierung oder Ruhigstellung pflegebedürftiger Menschen in vielen Fällen nicht gewahrt. In zwei Pflegeeinrichtungen filmte das Team Umbreit – Bernd Umbreit mit der Kamera und Heidi Umbreit als Regie- und Tonfrau – zwei pflegebedürftige Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen: Die bewegungshungrige Vera E., einstmals Sportlerin, jetzt aber schwer an Alzheimer-Demenz erkrankt, und den hochbetagten, bewegungseingeschränkten Wilhelm K. Seine Tochter holte ihn aus einer Pflegeeinrichtung, die den älteren Herrn durch ein Bettgitter in seiner Bewegung einschränkte, worauf er zunehmend apathisch wurde. Der Film zeigt in kurzen Sequenzen seinen Weg zurück ins Leben, das von den Altenpflegerinnen und Physiotherapeutinnen in der neuen Pflegeeinrichtung liebevoll begleitet wurde. Auch Vera E. kann im Pflegeheim dank Kopf- und Körperschutz sowie Spezialbett ihren Bewegungsdrang selbstständig und relativ sicher ausleben.

In beeindruckender Weise setzen sich die Verantwortlichen nicht nur in diesen Pflegeeinrichtungen für die Freiheit der pflegebedürftigen Menschen ein. „Es muss doch andere Wege geben, als Menschen zu fixieren“, sagt die Heimleiterin im Film, der erneut ein Statement des Filmemachers für sein Hauptanliegen, die Menschenwürde, darstellt. Nach dem Anschauen des Kurzfilms sprachen Schüler und Filmemacher über die Chancen guter Pflege, aber auch über Schwierigkeiten, die aufgrund der personellen Situation und großen Arbeitsbelastung in der Pflege auftreten. „Pflege ist eine großartige Aufgabe mit vielen einzigartigen Menschen“, sagte Bernd Umbreit. „Ich wünsche Euch, dass Ihr in Eurem Beruf Erfüllung findet und Freude weitergeben könnt.“

Gabriele Teichmann, 1. Vorsitzende der AWO Mosbach und Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG Baden-Württemberg), erklärte den Schülerinnen und Schülern die Beweggründe, mit dem Film in die Augusta-Bender-Schule zu kommen: „Die AWO Neckar-Odenwald engagiert sich in der Pflege und möchte mit diesem Filmangebot einen Impuls setzen, der Euch weiterbringt“, sagte sie. „Es geht darum, Wertschätzung für die Pflege zu zeigen und sich außerdem in der Politik für gute Bedingungen stark zu machen. Deshalb ist es gut, wenn ihr Eure Abgeordneten fragt: Wie setzen Sie sich für gute Pflege ein und was haben Sie erreicht?“ Sie forderte die Schüler auf, Wünsche an die Gesundheits- und Sozialpolitik zu formulieren und ihr diese für die Gremienarbeit im Verband und in der ASG mitzugeben.

 


  

Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH0
15.06.2018 

Besuch beim EU-Parlament 

Interessante Einblicke in die parlamentarische Arbeit in Straßburg

Mitglieder, Mitarbeiter und Freunde der AWO Neckar-Odenwald fuhren im Mai mit ihrer Verbandsvorsitzenden Gabriele Teichmann nach Straßburg. Der Besuch diente der Information über das Europäische Parlament.

An einem regulären Sitzungstag trafen sich die Besucher aus dem Neckar-Odenwald-Kreis mit dem baden-württembergischen EU-Abgeordneten Peter Simon (SPD), der über seine Arbeit im EU-Parlament berichtete. Peter Simon ist Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses und des Ermittlungsausschusses zur Finanzkriminalität. Er befasst sich in dieser Funktion auch mit den Panama Papers, also mit der Aufdeckung von Strategien der Steuervermeidung, aber auch von Steuer- und Geldwäschedelikten. 

Mit 751 Abgeordneten aus derzeit 28 europäischen Staaten ist das EU-Parlament das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union. Die EU-Kommission bringt Gesetzesvorhaben ein, die von benannten Experten des Parlaments bearbeitet, zur Abstimmungsreife gebracht und im Parlament abgestimmt werden. Zu den behandelten Themen gehören die Reisefreiheit, Lebensmittelsicherheit, der Verbraucherschutz, Umweltfragen und die meisten Bereiche der Wirtschaft. Peter Simon erarbeitet derzeit ein Bankenregulierungspaket und entscheidet im Fall des Untersuchungsausschusses mit darüber, wer in Sachen Panama Papers vorgeladen wird und sich vor dem EU-Parlament rechtfertigen muss. Als überzeugter EU-Politiker äußerte er sich entschieden gegen nationale Egoismen und eine Selbstbedienungsmentalität, aber für einen neuen, beherzten Aufbau der europäischen Politik.

Im Anschluss an die Aussprache konnten die Besucher eine Parlamentssitzung beobachten. Dabei standen ihnen die Übersetzungen der Dolmetscher zur Verfügung, die simultan zu den Wortbeiträgen der Abgeordneten über Kopfhörer zu hören waren. Es gibt keine einheitliche Sitzungssprache, sondern jeder Abgeordnete spricht in seiner Sprache, die in 24 europäische Sprachen übersetzt wird. Damit ist das EU-Parlament der größte Dolmetscher-Service in der EU.

In dem Sitzungsteil, den die Neckar-Odenwälder besuchten, ging es um den Entschließungsantrag zur Beachtung der Menschenrechte im Sudan, insbesondere um den Fall der Noura Hussein Hamad. Die 19-Jährige wurde zum Tode verurteilt, weil sie Ihren Ehemann beim Versuch der Vergewaltigung erstochen hat. Die junge Frau war mit 16 Jahren zwangsverheiratet worden und musste schon unmittelbar vor dieser Tat eine Vergewaltigung erleiden. Das Parlament fordert unter anderem die staatlichen Stellen im Sudan auf, Vergewaltigung oder geschlechtsspezifische Gewalt nicht zu dulden, im Fall Hamad den Umstand zu berücksichtigen, dass die junge Frau in Notwehr gehandelt hat und das Strafmaß herabzusetzen. Dabei beruft sich das Parlament auf seine Aufgabe, Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit zu verteidigen und sich für die Bekämpfung von Intoleranz und Unterdrückung auf der ganzen Welt einzusetzen.

Weil die Arbeit im EU-Parlament sehr interessant ist und weitgehende Auswirkungen auf alle 500 Millionen EU-Bürger hat, lädt die AWO Neckar-Odenwald Peter Simon demnächst ein, nach Mosbach zu kommen und über Aspekte der EU-Politik zu referieren. Der Termin wird noch bekanntgegeben.



Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH0

6.03.2018 

Jetzt die ärztliche Versorgung sichern

Veranstaltung der AWO Mosbach mit Ideen zur Gesundheitsversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis

Was tun, wenn die Gesundheitslandkarte des Neckar-Odenwald-Kreises immer mehr weiße Flecken aufweist? Um die Sicherung der medizinischen Versorgung als Teil der Daseinsvorsorge ging es Anfang März bei einer Veranstaltung der AWO Mosbach.

„Wir sehen mit Besorgnis, dass sich die ärztliche Versorgung für die Bevölkerung verschlechtert, zumindest, was die Anzahl der Ärzte angeht“, so eröffnete Gabriele Teichmann, 1. Vorsitzende der AWO Mosbach, die Veranstaltung. Sie hatte zwei Referenten ins AWO Begegnungszentrum in Mosbach-Diedesheim geholt, die sich politisch mit diesem Thema beschäftigen. Rainer Hinderer (SPD) aus Heilbronn ist baden-württembergischer Landtagsabgeordneter, Vorsitzender des Sozial- und Integrationsausschusses und wurde von der SPD-Fraktion zum gesundheitspolitischen Sprecher gewählt. Er hat am Landärzteprogramm mitgearbeitet, das neue Anreize geben will, damit sich wieder mehr Mediziner für den ländlichen Raum entscheiden. Georg Nelius (SPD) ist als Landtagsabgeordneter des Neckar-Odenwald-Kreises bestens mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Der Politiker bemüht sich seit Jahren, gangbare Lösungen für eine bessere Gesundheitsversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis auf den Weg zu bringen und den Erhalt der Neckar-Odenwald-Kliniken zu sichern.

Lenkende Maßnahmen

Landarztquote, Telemedizin oder neue Arbeitszeitmodelle – was hilft gegen das Praxensterben auf dem Land? Immerhin, so referierte Rainer Hinderer, sind mehr als ein Drittel der Ärzte älter als 60 Jahre und sogar mehr als die Hälfte älter als 50 Jahre. „Rechnet man hinein, dass ein Studierender durchschnittlich 22 Jahre vom Studienbeginn bis zur Niederlassung braucht, wird die Problematik überdeutlich“, sagte Rainer Hinderer. Dazu komme eine neue Sicht auf den Arztberuf: „Patienten wie auch die betroffenen Gemeinden werden nicht umhin kommen, sich vom Bild eines Landarztes in der Einzelpraxis, der sieben Tage in der Woche rund um die Uhr einsatzbereit ist, zu verabschieden“, sagte Hinderer. „Wir müssen neue, innovative Wege gehen, die der heutigen Wirklichkeit besser entsprechen.“

Wie es funktionieren kann, zeigte ein Besucher der Veranstaltung auf: Die Gemeinde Waldbrunn baute ein Ärztehaus und gab damit einen wichtigen Impuls zur Wiederbesetzung des vakanten Arztsitzes. „Zwar ist die Gewährleistung der Versorgungssicherheit Sache der ärztlichen Selbstverwaltung, dennoch können Gemeinden Weichen stellen, um die ärztliche Versorgung in der Kommune attraktiv zu gestalten“, so der gesundheitspolitische Sprecher Rainer Hinderer.

Dr. med. Gunther Leibfried, Mitglied im Vorstand der Kreisärzteschaft im Neckar-Odenwald-Kreis, war als interessierter Besucher beim Vortrag dabei und stimmte dem Landärzteprogramm in den meisten Punkten zu. „Es muss darum gehen, die Stellung der Allgemeinärzte zu stärken“, sagte der Allgemeinmediziner. „Mehr Studienplätze reichen da nicht aus, es muss vielmehr darum gehen, das Landarztsystem rentabel und damit attraktiv zu gestalten. Angesichts immer mehr älteren Menschen mit vielfältigen Erkrankungen und andererseits zahlreichen Ärzten, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, sollten neue Ansätze schnell greifen.“

 
Neue Arbeitsverhältnisse und alternative Behandlungen

Als Mitautor des 10-Punkte-Plans für mehr Landärzte hat Rainer Hinderer Ideen eingebracht, wie der Landärztemangel gemildert werden kann: Bei den Ärzten sind verschiedene Formen der Zusammenarbeit bis hin zum Angestelltenverhältnis in Teilzeit beliebt, was gerade von Ärztinnen mit jüngeren Kindern angestrebt werde. „Eine Möglichkeit wäre auch eine Zweigpraxis, die nur drei Tage in der Woche besetzt ist – immerhin besser als gar keine Versorgung vor Ort“, gab Hinderer zu bedenken. Hausbesuche könnten dann auch vom Medizinischen Versorgungszentrum oder der Gemeinschaftspraxis in der Nähe wahrgenommen werden. Die rechtlichen Voraussetzungen (etwa im SGB V für alternative Praxisformen) seien größtenteils bereits vorhanden. Jetzt gelte es, die verschiedenen Maßnahmen koordiniert einzusetzen.

Ein weiteres medizinisches Versorgungsprojekt steht kurz vor der Umsetzung: Lobend erwähnte Hinderer die bundesweit einmalige Regelung der Landesärztekammer Baden-Württemberg, nach der ärztliche Behandlungen auch über das Telefon durchgeführt werden können. Das erste Projekt wird durch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg durchgeführt und heißt MedCall 2.0 – Modellprojekt Telemedizin. Dabei soll eine Internet-Plattform zur digitalen Kommunikation zwischen Patient und Arzt eingerichtet werden.

„Um die ärztliche Versorgung auf dem Land sicherzustellen, müssen viele Maßnahmen gleichzeitig angegangen werden“, das ist das Credo von Rainer Hinderer in Bezug auf eine bessere gesundheitliche Versorgung der ländlichen Räume. „Alle Beteiligten, insbesondere die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenkassen, die Krankenhausträger, die Ärztekammern und die Ärzteverbände sowie Bund, Länder und Kommunen müssen verantwortungsvoll ein gemeinsames Ziel anpeilen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“ Dabei komme es darauf an, die Attraktivität der Allgemeinmedizin zu steigern, die Stellung des Hausarztes zu stärken, Niederlassungszuschüsse zu gewähren und alternative Praxisformen zu fördern, ist das Fazit von Rainer Hinderer.


 

Pressemitteilung der AWO Neckar-Odenwald gGmbH
29.03.2018

 

Die AWO Neckar-Odenwald informiert

Neuer Pflegeberuf mit 40 plus

Was spricht dagegen, mit 30 oder 40 Jahren noch eine Ausbildung in der Pflege anzufangen? Eigentlich gar nichts. Im Gegenteil, es gibt viele Vorteile. Einige Mitarbeiterinnen der AWO Neckar-Odenwald haben eine zweite Karriere in der Altenpflege gestartet und arbeiten mit Freude im neuen Beruf.

Mit 40 Jahren sind viele Frauen noch in der Familienphase, halten aber gleichzeitig Ausschau nach Möglichkeiten, wieder beruflich tätig zu werden. Dabei sind 40-Jährige so fit, lernfähig und gleichzeitig lebenserfahren, dass ihre Fähigkeiten sie für den Arbeitsmarkt hochinteressant machen. „Eine Ausbildung als Pflegekraft passt aus vielerlei Gründen zu dieser Lebensphase“, sagt Karin Hofmann, Fachbereichsleiterin Stationäre Pflege bei der AWO Neckar-Odenwald. „Zum einen sind die Menschen in diesem Alter in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und bringen soziale Fähigkeiten mit. Zum anderen passt die Arbeitszeit am Vormittag zum Schulalltag der Kinder. So wird die neue Ausbildung für die Mütter möglich, wenn auch das ganze Organisationstalent gefragt ist, um die Ausbildung zu schaffen und gleichzeitig die Familie zu ihrem Recht kommen zu lassen.“ 

Karin Hofmann selbst hat mit Familie Karriere bei der AWO gemacht. Ihre Kollegin Olga Zeiler, Pflegedienstleiterin im AWO Wohn- und Pflegezentrum Maria Rast Walldürn, kam ebenfalls spät zur Ausbildung in der Pflege. Sie erlernte den Beruf im Rahmen einer Umschulung, entschied sich zur Weiterbildung als Pflegedienstleiterin und ist seither in dieser verantwortungsvollen Tätigkeit sehr zufrieden. 

Für die dreijährige Ausbildung als Altenpflegerin/Altenpfleger ist ein Realschulabschluss oder gleichwertiger Schulabschluss Voraussetzung. Eine weitere Möglichkeit ist der Hauptschulabschluss und eine Ausbildung als Altenpflegehelferin, sodass man die Ausbildung zur Altenpflegerin in zwei Jahren draufsatteln kann. Neben guten Deutschkenntnissen und guter gesundheitlicher Verfassung sollten die Bewerber Interesse für medizinische, pflegerische und soziale Aufgaben haben und sich auf alte Menschen einstellen können. Zum Berufsalltag gehören auch Verwaltungs- und Schreibarbeiten, denn die Pflegemaßnahmen müssen geplant und dokumentiert werden. Die AWO Neckar-Odenwald bietet jedes Jahr Ausbildungen in der Pflege an. Der theoretische Teil findet in der Berufsfachschule statt, der praktische Teil in den AWO Wohn- und Pflegezentren Osterburken oder Walldürn und in der neuen AWO Hausgemeinschaft Elztal.

 


  

Leben im Alter –
Ausblick auf das Jahr 2030

Interview mit Renate Körber,
Sozialdezernentin des Neckar-Odenwald-Kreises

Awo Profil 2 I 2017

 

AWO Profil: Frau Körber, Sie haben einen Fachbeirat ins Leben gerufen, der über die Situation der Senioren im Neckar-Odenwald-Kreis berät und Handlungsempfehlungen abgibt. Welche ersten Erkenntnisse haben die Beratungen des Beirats ergeben?

Renate Körber: Unser letzter Seniorenbericht stammt aus dem Jahr 2010, und in den vergangenen sieben Jahren hat sich unglaublich viel entwickelt. Denken wir nur an den gesetzlich geforderten Abbau von Zweibettzimmern in den Pflegeeinrichtungen. Gleichzeitig kennen wir die demografische Entwicklung und müssen uns die Frage stellen: Wo stehen wir mit Bedarf und Angebot im Jahr 2030? Bisher waren wir im Neckar-Odenwald-Kreis in der glücklichen Lage, bei den stationären Pflegeplätzen Nummer eins in Baden-Württemberg zu sein. 

Erkenntnis:
Mangel an Pflegeplätzen  

Renate Körber: Die erstaunliche Erkenntnis, die sich jetzt schon abzeichnet: Wir werden bis 2030 eine Trendwende vom Überfluss zum Bedarf an Pflegeplätzen erleben.
Laut erster Schätzung werden wir einen Mangel von über 500 Plätzen in der stationären Pflege haben. Allerdings haben wir hier die Sondersituation, dass wegen unseres guten Pflegeplatzangebots und eher günstigen Preisen viele Menschen aus angrenzenden Landkreisen zu uns kommen. Wenn alle Landkreise ihren Versorgungsauftrag wahrnehmen würden, reichten die Kapazitäten ja möglicherweise bei uns noch aus. Wir werden Gespräche mit den Landkreisen führen, aber niemanden bitten, das Pflegeheim zu wechseln, auch nicht wegen finanzieller Bedürftigkeit.

Erkenntnis:
Fachkräftemangel

AWO Profil: Im Bereich der pflegerischen und gesund-heitlichen Versorgung wird ein erheblicher Fachkräfte-bedarf auf alle Einrichtungen zukommen.

Renate Körber: Ja, das ist eine weitere Erkenntnis unserer Beratungen: Der Fachkräftemangel zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Altenpflege. Wir müssen mit vereinten Kräften an der Attraktivität und Wert schätzung der Pflege arbeiten, denn diese Dienstleistung ist unersetzbar.

Wir haben genügend Schulplätze für die Alten- und Krankenpflege, das Problem ist jedoch, dass diese Plätze nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können. Handlungsansätze sind eine angemessene Bezahlung, wobei die Bezahlung nach Tarif attraktiver ist als in manchen anderen Berufszweigen. Es geht außerdem um flexible Arbeitszeitmodelle, da häufig Familienmütter in der Altenpflege tätig sind und frühe bzw. späte Arbeitszeiten anfallen. Wenn wir in den Köpfen der Menschen die Einsicht erreichen, dass es für die wichtigen Pflegeaufgaben viele Frauen und Männer braucht, haben wir viel bewegt.

Entwicklung der Sozialleistungen

AWO Profil: Der Landkreis gewährt Sozialleistungen wie Grundsicherung im Alter und Hilfe zur Pflege. Gibt es bei uns besonders viele arme und kranke Senioren?

Renate Körber: Die Antwort ist nein, es gibt nicht besonders viele arme und kranke Senioren im NOK. Die genannten Sozialleistungen liegen unter dem Landesdurchschnitt. Bei der Grundsicherung im Alter haben wir im Landkreis eine Empfängerquote von 0,85 % (bundesweit 1,25 %), und zwar überwiegend wegen Erwerbsminderung.
Das erklärt sich ein Stück weit mit der großen Behinderteneinrichtung im Landkreis, deren Bewohner und Werkstattbesucher alle grundsicherungsberechtigt sind.

 

Ein weiterer Indikator für Armut ist die so genannte Mindestsicherung mit Sozialleistungen wie Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung, Arbeitslosengeld II und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Mit einer Mindestsicherungsquote im NOK von 5,2% (Baden-Württemberg 6,0%, bundesweit 9,7%) könnte man nun schließen, dass die Bevölkerung im NOK seltener in Armut lebt als landes- und bundesweit. Es könnte aber auch sein, dass seltener Sozialleistungen beantragt werden. Hierzu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Die Eigenleistung beim Aufenthalt im Pflegeheim ist allerdings gestiegen, während die Leistungen der Pflege-kassen auf Fixbeträge gedeckelt wurden. Oft bestreiten die pflegebedürftigen Senioren den Eigenanteil zunächst mit ihrem Ersparten, irgendwann ist das eigene Vermögen aber aufgebraucht. Der Zeitpunkt, die Einkünfte der

Senioren aufzustocken, kommt für den Landkreis immer früher. Diese Leistungen werden vom Sozialetat des Landkreises getragen und über die Kreisumlage von allen Gemeinden finanziert. Diese Entwicklung steigender Sozialleistungen sehen wir mit Sorge, zumal der Sozialetat schon jetzt mehr als die Hälfte des Kreishaushalts beträgt.


Mehr ambulante Pflege

Renate Körber: Wenn man die Anzahl der Pflegebedürftigen im NOK betrachtet, dann liegen nach der Pflegestatistik 2015 die Empfänger des Pflegegeldes tatsächlich deutlich über dem Landesschnitt. Das spricht dafür, dass die Leistungen der Pflegekassen für häusliche Pflege bei uns sehr gerne in Anspruch genommen werden.

Dafür sind wir bei den Heimunterbringungen im Landes-vergleich eher niedrig. Auch bei der Hilfe zur Pflege haben wir im Vergleich zu anderen Landkreisen eine eher geringe

Inanspruchnahme. Es spricht vieles dafür, dass im NOK die Menschen, solange es irgendwie geht, in ihrer häus-lichen Umgebung wohnen bleiben. Das liegt vielleicht auch daran, dass vergleichsweise viele Senioren ein eigenes Häuschen haben und daher erst ins Pflegeheim gehen, wenn es wirklich keine andere Lösung mehr gibt. Außerdem werden pflegebedürftige Patienten auf dem Land häufiger von Angehörigen unterstützt –
sowohl in der häuslichen Pflege als auch finanziell.

 
Beratungen zur Pflege

AWO Profil: Für pflegebedürftige Patienten sind Beratungen wichtig, um den passenden Weg gehen zu können. Welche Aufgaben übernehmen in diesem Zusammenhang die beiden angekündigten Pflegestützpunkte im NOK?


Renate Körber: Bis Ende 2018 soll der erste Pflegestützpunkt in Buchen eingerichtet werden und erst im Anschluss die weitere Beratungsstelle in Mosbach. Hierzu muss erst noch eine gemeinsame Konzeption mit den Kranken- und Pflegekassen erarbeitet werden. Das Beratungsangebot dieser Pflegestützpunkte umfasst die Beratung bei Fragen zu ambulanten Betreuungs- und  Pflegeleistungen und stationären Hilfsangeboten.

Die Berater klären über Leistungen der Pflegeversicherung und Eigenleistungen auf. Sie geben Informationen zu  Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige und, wenn erforderlich, zum Betreuungsrecht. Darüber hinaus unterstützt seit vielen Jahren die Altenhilfefachberatung mit Frau Baumgartner-Kniel Betroffene und Angehörige in allen Fragen zur Pflege. Im Jahr 2016 waren das 122 allgemeine Beratungen, 24 Wohnberatungen und 288  Stellungnahmen zur Versorgungssituation. Informationen über Einrichtungen und Beratungsleistungen im NOK stehen außerdem im aktuell überarbeiteten Senioren-wegweiser, der auch online auf unserer Internetseite  www.neckar-odenwald-kreis.de einsehbar ist.

 
Was ist gute Pflege?

 AWO Profil: Unsere wichtige Abschlussfrage:  Was macht für Sie eine gute Pflege aus? 

Renate Körber: Die Heimaufsicht des Landkreises begeht ja regelmäßig die Pflegeeinrichtungen, um die Einhaltung der gesetzlichen Standards zu überprüfen. In den Bereichen der Privatwohnungen und Seniorenwohnanlagen können wir nicht tätig werden, das ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Wir erleben meist eine sehr engagierte Pflege in den  Einrichtungen, auch von Angehörigen und Ehrenamtlichen, die hier mithelfen. Die Grauzone sehe ich dort, wo „satt und sauber" endet und der Bereich der sozialen Teilhabe und altersgerechten Beschäftigung beginnt. Mehr Zeit  für Gespräche, Spaziergänge und Ähnliches wäre  mancherorts wünschenswert. 



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